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Anfragen zu Vorträgen oder Seminaren zum Thema:

 

Verfahrensablauf und Bewertung von Wildschäden

 

mit den Inhalten:

 

- Rechtliche Grundlagen der Wildschadensregulierung

- Regelungen zum Wildschadenersatz im Jagdpachtvertrag

- Bewertung von Aufwuchsschäden bei Marktfrüchten, Futterpflanzen
  und auf Grünland mit Hilfe der Richtwerttabellen

- Möglichkeiten der Ertragsschätzung

- Methoden der Schadensberechnung und einsparbare Kosten

- Kostenkalkulation für die Reparatur der zerstörten Grasnarbe
  durch Schwarzwild

- Möglichkeiten der Wildschadensverhütung

 

bitte an 0561/473348 oder ge.lissmann@gmx.de

 

 

Zielgruppen für die Veranstaltung sind:

Jäger, Landwirte, Wildschadenschätzer und Verfahrensführer bei den Gemeinden.

 

Folgend ein Pressebericht von einem der letzten Wildschadensseminare:

Können Sie gerne als Vorlage für Ihre eigene Presseberichterstattung verwenden.

 

Verfahrensablauf und Bewertung von Wildschäden

Wie Wildschäden ohne Streit zu bewerten und zu regulieren sind, darüber referierte, auf Einladung der „Hegegemeinschaft I des Maintaunuskreises“, Dr. Günther Lißmann. Landbewirtschaftung und Jagd verlangen gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Anstrengungen zur Schadensverhütung, betonte er einleitend. Eine gütliche Einigung über dennoch entstandene Wildschäden wird für Landwirte und Jagdpächter umso einfacher, desto strikter sich die Parteien an die rechtlichen Vorgaben und Richtwerte für die Schadensregulierung halten.

In seinen einleitenden Worten wies der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Peter Lepke darauf hin, dass der Umfang der Wildschäden unvermindert hoch sei. Zwischen Jagdpächtern und Landwirten seien klare Vorgehensweisen zu vereinbaren, um auftretende Wildschäden weitestgehend im gütlichen Einigungsverfahren regeln zu können. Landwirte, Jagdpächter, Wildschadenschätzer und die Verfahrensführer der Gemeinden müssen die Spielregeln kennen, damit Streit bei der Wildschadensregulierung erst gar nicht entstehe. Daher habe er auch alle Beteiligten eingeladen, denn es sei besser miteinander zu reden als übereinander.

Dr. Lißmann, referierte anschließend zum rechtlichen Verfahrensablauf bei der Wildschadensregulierung, zu Wildschadensvereinbarungen im Jagdpachtvertrag und zu den fachlichen Grundlagen für eine realistische Schadensbewertung. Sein Credo ist: Wildschäden vermeiden und erforderliche Schadensersatzleistungen zwischen den Beteiligten nach den vorgegebenen Richtwerten einvernehmlich regeln.

Rechtlicher Verfahrensablauf

Nach Möglichkeit sollte sich der Landwirt mit dem Jagdpächter auf privatem Wege, ohne amtliche Stellen, ohne gesetzliches Vorverfahren und ohne Gerichtsverfahren, einigen. Aber auch bei der ganz privaten Einigung ist es angebracht, so Dr. Lißmann, einen kurzen schriftlichen Vermerk über das Ergebnis anzufertigen und beidseitig zu unterschreiben, um spätere Missverständnisse auszuschließen. Bei großen und streitbefangenen Schäden kann es von Vorteil sein, das korrekte Vorverfahren mit fristgerechter Schadensanmeldung bei der Gemeinde durchzuführen. Das Hessische Jagdgesetz (HJG) schreibt dazu einen genauen Verfahrensablauf vor, der vom Referenten detailliert vorgestellt wurde. Nur 5 bis 10 Prozent der Wildschadensfälle werden über das amtliche Vorverfahren geregelt. Zum Gericht gehen zum Glück nur ganz wenige Fälle. Die Kosten sind dabei oft höher als der Streitwert.

Nicht alles ist ersatzpflichtig

Nicht jeder Wildschaden ist ersatzpflichtig. Zu ersetzten sind nur Schäden, die durch Schalenwild, Wildkaninchen und Fasane verursacht werden. In unserer Region ist das Schwarzwild mit rund 80 % der Schäden der hauptsächliche Wildschadensverursacher. Bestimmte Kulturen wie beispielsweise Getreide, Raps, Mais und Grünland sind ersatzpflichtig. Garten- und Sonderkulturen sowie Streuobstwiesen oder auch Golf- und sonstige Sportplätze sind beispielsweise nur ersatzpflichtig, wenn sie vorschriftsmäßig eingezäunt sind. Schäden an Feldsilos und im Feld gelagerte Silage- bzw. Heuballen sind nicht ersatzpflichtig. Ersatzpflicht für Wildschäden besteht nur auf den bejagbaren Flächen und nicht auf den befriedeten Bezirken. Letztlich ist bei der Schadensersatzpflicht auch immer zu prüfen, ob der Landwirt seiner Pflicht zur Schadensminderung gemäß § 254 BGB nachgekommen ist, so Dr. Lißmann.

Bewertung von Aufwuchsschäden

Für die Bewertung von Wildschäden in landwirtschaftlichen Kulturen hat der Referent Richtwerttabellen erstellt, aus denen die Schadensersatzbeträge für die jeweils geschädigten Anbaukulturen inklusive Grünland abzulesen sind. Dr. Lißmann erläuterte eingehend die Vorgehensweise, wie mit Hilfe dieser Tabellenwerte, für Jagdpächter und Landwirte nachvollziehbar, die Schadensbewertung durchzuführen ist. Diese Tabellenwerte und weitere Informationen zum Thema sind sowohl für konventionell als auch für ökologisch wirtschaftende Betriebe im Internet unter www.lissmann.eu verfügbar.

Schwarzwildschäden im Grünland

Bei Schwarzwildschäden im Grünland ist nicht nur der Aufwuchsschaden ersatzpflichtig sondern auch die Wiederherstellung der aufgewühlten und zerstörten Grasnarbe. Die Kosten für die Reparatur der durch Wildschweine zerstörten Grasnarbe beziffert Dr. Lißmann auf 2 bis 20 Cent pro Quadratmeter. Die Kosten sind abhängig von der Tiefe der Wühlschäden und ganz entscheidend von dem zu reparierenden Schadflächenumfang. Bei mittlerer Schadenstiefe von 5 bis 10 cm sind bei kleineren Schäden bis etwa 500 Quadratmeter  im Handarbeitsverfahren rund 15 bis 25 Cent pro Quadratmeter zu kalkulieren. Bei Schadensflächen von ca. 1.000 Quadratmeter bis 1 ha werden oft betriebseigene Maschinen eingesetzt, dabei entstehen Kosten von 4 bis 10 Cent pro Quadratmeter. Bei Schäden über einem Hektar lohnt es sich Spezialmaschinen oder Maschinenkombinationen einzusetzen, wobei die Kosten auf 2 bis 4 Cent pro Quadratmeter gesenkt werden können.

Vertragliche Regelungen

Wegen unkalkulierbarer Kosten, in sehr wildschadensanfälligen Revieren, gibt es verschiedene Vereinbarungen in den Jagdpachtverträgen, um das Wildschadensrisiko für den Jagdpächter zu verringern. Eine  oft, vom Jagdpächter angestrebte Vereinbarung, ist die Deckelung des Wildschadensersatzes. Wenn das schon so ist, so Dr. Lißmann, dann sollte wenigstens der nicht gedeckte Wildschaden zu je 50 % auf den Jagdpächter und die Jagdgenossenschaft aufgeteilt werden. Das hat den Vorteil, dass einerseits das finanzielle Risiko für die beteiligten gemindert wird und andererseits die zwingende Verpflichtung zur Wildschadenverhütung beim Jagdpächter und beim Landwirt aufrechterhalten wird. Eine andere Absicherung für den Jagdpächter könnte sein, dass bei überschreiten einer bestimmten Wildschadensumme, der Jagdpachtvertrag neu verhandelt werden kann. Das sollte dann auch umgekehrt für die Jagdgenossenschaft gelten, wenn die Jagdpächter der Wildbestandsregulierung nicht nachkommen. 

Abschließend appelliert der Referent nochmals daran, dass sich Jagdpächter und Landwirten zusammenraufen müssen. „Nur wo der feste gemeinsame Wille zur Wildschadensverhütung und nachvollziehbaren Schadensermittlung besteht, können die Probleme einvernehmlich gelöst werden“, schloss Dr. Lißmann.