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Wie viele Enkelkinder trägt die Erde?

Wir Menschen leben von dem, was auf den Äckern der Erde wächst. Wenn in Eichenberg (Nordhessen) rund 100 Hektar fruchtbarster Ackerboden durch die Bebauung von Logistikhallen versiegelt werden soll, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, dann ist damit die nachhaltige Ernährungsgrundlage für 500 Menschen für immer verloren. Das Bevölkerungswachstum ist ungebrochen, für das Jahr 2050 wird eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen prognostiziert. Genau deshalb sollten wir mit der Bereitstellung von Ackerböden für Gewerbe-, Siedlungs- und Verkehrsprojekte absolut restriktiv umgehen.

Warum vernichten Menschen ihre Lebensgrundlage für ein nicht messbares Wohlstandsversprechen? Die Wirtschaftsphilosophie der Globalisierung und die ungebremste Befeuerung des Wachstums für einen immer weiter wachsenden Massenkonsum zerstören unsere Umwelt und verbrauchen unsere endlichen Ressourcen in kurzer Zeit. Wo bleibt die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, wenn die jetzt Lebenden den Planeten plündern? Wir haben keine zweite Erde.

Eine wirklich ungetrübte Erkenntnis über die Endlichkeit und Zerbrechlichkeit unseres blauen Planeten erlangt man offenbar in der Erdumlaufbahn. Der Astronaut Alexander Gerst richtete nach über einem halben Jahr Aufenthalt im Weltraum eine Botschaft an die Enkelkinder dieser Erde:

Er müsse sich für seine Generation entschuldigen. Die Menschheit sei gerade dabei, das Klima zu kippen, Wälder zu roden, Meere zu verschmutzen und die limitierten Ressourcen viel zu schnell zu verbrauchen. Die Erde sei ein zerbrechliches Raumschiff und er hoffe, dass wir noch die Kurve kriegen.

Wenn diese Erkenntnis nur im Weltraum zu erlangen ist und die Menschen auf der Erde daraus nicht schnell den Schluss ziehen, ihr zerstörendes Verhalten zu ändern, dann haben unsere Enkelkinder keine Zukunft.

Dr. Günther Lißmann, Kassel 31.12.2018